Wanderung zum Röthbachfall – 28/05/2017
Vor vielen Jahren war ich bereits das erste Mal am Königssee und habe die klassische Schifffahrt nach Sankt Bartholome unternommen. Von anderen Wanderungen im Berchtesgadener Land weiß ich aber, dass die Region um den See noch viele andere lohnende Ziele zu bieten hat – diesmal der Obersee und Röthbachfall.
Anfang des Jahres ergab sich recht spontan die Möglichkeit an den Königssee zu fahren. Es war der erste warme Tag des Jahres und wir waren erst gegen Mittag am See. Wir waren nicht allein, denn auch andere Besucher haben das schöne Wetter genutzt. Die Fahrt über den See dauert 55 min und aufgrund des hohen Andrangs mussten wir über eine Stunde auf das nächste freie Schiff warten. An eine Wanderung zum Obersee war nicht mehr zu denken, so dass wir nur Sankt Bartholome besuchten und am Ufer mit Kinderwagen entlang spazierten. Die Rückfahrt war ein Fiasko, denn angeblich sollte 17 Uhr das letzte Boot fahren, aber von der Anlegestelle bis zum Gasthaus stand eine lange Schlange wartender Passagiere in der prallen Sonne. Wir brauchten fast 1,5 Stunden, um auf das Boot zu gelangen. Bei unserer Abfahrt war die Warteschlange nicht wirklich kürzer geworden. Einfach eine schlechte Organisation!
Aus dem ersten Besuch habe ich viel gelernt, denn beim nächsten Mal sind wir kurz nach 6 Uhr morgens losgefahren, um gegen 8:30 Uhr auf dem zweiten Boot einen Platz zu bekommen. Trotz der frühen Stunde war das Boot voll besetzt und die meisten Wanderer sind bis nach Salet auf die andere Seite, des 8,5 km langen Königssees gefahren.
Der Weg bis zum Obersee vorbei an der Saletalm und entlang des Saletbachs war einfach. Der See, eingerahmt in hohe Felswände, lag wie ein Spiegel vor uns. Auf der anderen Seite des Obersees, lag die Fischunkelalm und noch ein Stück weiter, stürze der Röthbach-Wasserfall mit 470 m in die Tiefe (höchster Wasserfall Deutschlands). Auf der Westseite des Sees verlief der schmale Wanderweg zunächst auf Seehöhe. Ab der Hälfte, mussten wir zahlreiche Stufen in die Höhe steigen (und anschließend wieder hinab), was uns einen tollen Blick über den See verschaffte.
Vom Ende des Obersees führte ein schmaler Weg über eine steile Almenwiese zum Röthbachfall. Wir durchquerten noch ein Waldstück, um dann auf einer kleinen Anhöhe vor dem Wasserfall zu stehen. Obwohl der Himmel wolkenfrei war, lag der Wasserfall noch immer im Schatten der Felswand und ließ sich nur schwer im prallen Licht der Sonne fotografieren. Wir hätten noch näher heran gehen können, aber aufgrund des gleichlangen Rückwegs verzichteten wir darauf. Das Wasser fließt von hier unterirdisch als Fischunkel weiter in den Obersee.
An der Fischunkelalm und am Ufer des Obersees legten wir eine kleine Pause ein. Das Wasser war herrlich warm und lud zum Planschen ein. Die Landschaft am Ober- und Königssee ist traumhaft. Saftig grüne Wiesen, junge grüne Blätter an den Bäumen, Sonnenschein, tiefblaues Wasser, Ruhe und Natur pur. Wahrlich ein Wanderparadies, was gegen Mittag aber recht voll wurde. Gegen 14 Uhr saßen wir bereits wieder im Boot zurück zum nördlichen Ende des Königssees. Zur gleichen Zeit haben sich in Sankt Bartholome schon wieder die ersten Warteschlangen gebildet.
Die Wanderung ist aufgrund des abwechslungsreichen Geländes (Schifffahrt, Wiesenwege, Seeufer, Treppen und kleinere Felsen zum Klettern) und des nur geringen Höhenunterschieds auch für Kinder geeignet. Von der Anlegestelle Salet bis zum Wasserfall sind es ca. 4,5 km (oneway). Zur Fischunkelalm sind es nur 3 km (oneway).