Bölcheflue (1099 m) - 16/05/2026

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Die Eisheiligen verwerten mir den Weg in die Alpen und führten mich oberhalb, der vor Jahren begangenen Tüfelsschlucht, hinauf auf den Erinnerungspfad zur Fortifikation Hauenstein zwischen Bölche und Lauchflue.

Die Wiesen rund um den Chilchzimmersattel (991 m).
Die Wiesen rund um den Chilchzimmersattel (991 m).
Blick vom Ruchen (1123 m) hinüber zur Bölcheflue.
Blick vom Ruchen (1123 m) hinüber zur Bölcheflue.

Im Flachland ist der Winter nur noch eine blasse Erinnerung. Die Wiesen sind grün, die Blumen blühen und die Bäume treiben ihr junges Grün aus. Aber in den Alpen ist der Mai früh. Es gibt noch viel Schnee auf den Bergen und die meisten Wintersportgebiete haben gerade erst ihren Saisonbetrieb eingestellt. In Verbindung mit den Eisheiligen, die dieses Jahr in voller Härte zugeschlagen haben, ist an eine Wanderung in den Alpen praktisch nicht zu denken.

Gesicherter Aufstieg zur Bölcheflue (1099 m).
Gesicherter Aufstieg zur Bölcheflue (1099 m).
Schweizer Flagge mit Aussicht vom Bölchen.
Schweizer Flagge mit Aussicht vom Bölchen.

Zwischen vielen Regen- und vereinzelten Hagelschauern blieb mir nur die Wahl nach Nordwesten ins Schweizer Jura auszuweichen. Auf der Grenze zwischen dem Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn erhebt sich eine markante Felskante auf knapp 1099 m (auch Belchen oder Bölche genannt). Der Gipfel ist nicht zu verwechseln mit dem Ballon d’Alsace in den Vogesen oder dem Belchen im Schwarzwald.

Die Wanderung beginnt auf dem Chilchzimmersattel (991 m), wo sich direkt auf dem Sattel ein kleiner und etwas unterhalb ein größerer Parkplatz befindet. Vom Sattel aus führt der Weg Richtung Süden entweder direkt zur Bölcheflue oder über einen kleinen Umweg vorbei an der ein oder anderen im Wald verborgenen Hütte hinauf auf den Ruchen (1123 m). Der Weg ist kaum ausgeschildert, aber vom bewaldeten Gipfel besteht ein toller Blick auf den felsigen Bölchengipfel. Der direkte Abstieg hinab zum Belchensattel ist im Bergwald abenteuerlich und steil.

Panoramagipfel von der Bölcheflue - Ruchen (links).
Panoramagipfel von der Bölcheflue - Ruchen (links).

Vom Sattel führt ein schmaler gesicherter Weg, teils mit Treppen, hinauf zum Gipfel des gleichnamigen Berges. Oben gibt es eine mit Geländern gesicherte Plattform mit großer Schweizer Flagge. Die Aussicht über die grünen sanften Hügel des Schweizer Jura ist beeindruckend und reicht an guten Tagen bis in die Alpen oder zum Schwarzwald. Ich konnte allerdings nur die nächsten aufziehenden Regenwolken ausmachen, die sich in der Ferne schon wieder sammelten.

Glückliche schweizer Kühe vor der Lauchflue.
Glückliche schweizer Kühe vor der Lauchflue.
Beobachtungsposten auf der Lauchflue (1042 m).
Beobachtungsposten auf der Lauchflue (1042 m).

Der Belchensattel bildet das östliche Ende des Erinnerungspfades zur Fortifikation Hauenstein. Zu Beginn des ersten Weltkriegs wurde auf den Bergrücken zwischen Basel und Solothurn eine 42 km lange Kette aus Verteitigungsanlagen gebildet, die im Halbkreis den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Olten schützen sollten. Ziel war es französische oder deutsche Truppen am Eindringen in die neutrale Schweiz zu hindern. Es gab Schützengräben, Artilleriestellungen, Spähposten und Unterkünfte, die teilweise nach 1918 zurückgebaut wurden. Zwischen der Bölcheflue und der Lauchflue ist ein drei Kilometer langer Erinnerungspfad mit vielen Informationstafeln angelegt wurden, die viele historischen Aufnahmen der Anlagen im 1. Weltkrieg zeigen.

Der Erinnerungspfad führt über den Chilchzimmersattel zum Spitzenflüeli (1036 m), wo es umfangreiche Schützengräben gab. Über einen kurzen Sattel führt der Weg hinauf in den Schattenbergwald (Schneelochberg, 1032 m) mit ebenfalls großen Schützengrabenanlagen. Da man vermeiden wollte unnötig Wald zu roden, wurden die Anlagen in den Wald gebaut und die Bäume wären nur im Ernstfall gerodet wurden.

Blick von der Lauchflue ins Umland.
Blick von der Lauchflue ins Umland.
Panzertürmli auf der Lauchflue.
Panzertürmli auf der Lauchflue.

Nach dem Schattenbergwald zieht sich der Weg über eine weite Wiese zum Schellenberg (1062 m) und von da über eine Kuhweide hinüber zur Lauchflue (1042 m). Die Lauchflue, auch Panzertürmli genannt, war ein Beobachtungsposten und erlaubt auch heute noch einen grandiosen Weitblick. Die Anlage kann heute noch betreten werden und bestand früher aus einer Gewehrgalerie zur Selbstverteitigung, einem Beobachtungsturm und einer Scheinwerferstellung.

Der Weg kann von hier aus weiter Richtung Westen bis zur Schlossruine Waldenburg fortgesetzt werden. Aufgrund der nahenden Regenwolken entschied ich mich zur Umkehr und erreichte trocken den Wanderparkplatz.

Die kleine Runde war nicht wirklich anstrengend, aber durch die Informationstafeln in Kombination mit tollen Ausblicken, sehr kurzweilig, und ist eher mehr ein Spaziergang von ca. 8 km, wenn die Alpen größere Touren gerade noch nicht erlauben.

Am Abreisetag ist der Blick in die winterlichen Alpen frei.
Am Abreisetag ist der Blick in die winterlichen Alpen frei.
Stand: 03.06.2026 | Text + Bilder: Camillo | v7
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