Coyoacán
Das gesamte Tal von Mexiko City war früher mit einem weiträumigen See bedeckt, der als Endsee salzhaltig war. Während der Kolonialzeit gab es immer wieder verheerende Überschwemmungen - teilweise bis zu 5 Jahre am Stück! Im 18./19. Jahrhundert wurde begonnen den See trocken zu legen. Heute existieren noch wenige Reste im Tal und das Klima auf 2310 Meter Höhe ist eher wüstenhaft.
Coyoacán ist der „Ort der Kojoten“ und befand sich früher am südlichen Rand des Texcoco Sees. Nach der Eroberung von Tenochtitlán zogen sich Cortés und seine Truppen hierin zurück und ließen Zuckerrohr, Weizen und Obstbäume im benachbarten Tal Cuauhnahuac anbauen. Bis ins 19. Jahrhundert war der Ort für seine Quellen und Gärten bekannt und zog viele internationale Künstler an. Seit 1929 ist Coyoacán ein Stadtteil von Mexiko City.
Der Stadtteil ist durch viele niedrige farbenfrohe Häuser im Kolonialstil geprägt. Weit über die Landesgrenzen hinaus sind zum einen das Haus von Frida Kahlo und zum anderen das Haus von Leo Trotsky. Frida Kahlo ist eine mexikanische Malerin und wahrscheinlich die bekannteste Künstlerin des Landes. Sie lebte im Haus Casa Azul, was heute ein Museum ist und ihr Portrait ist auf vielen Souvenirs selbst in Deutschland zu sehen. Der russische Revolutionär Leo Trotsky lebte bis zu seiner Ermordung ebenfalls in der Colonia Carmen. Beide Orte habe ich mir nicht angeschaut, weil diese absolut überlaufen und wahrscheinlich eher nur für totale Fans geeignet sind.
Ich/wir haben uns den Plaza Hidalgo angeschaut. Es handelt sich dabei um einen großen schattigen Park in dessen Mitte sich ein Brunnen mit 2 Coyotenfiguren befindet. Es waren viele Menschen unterwegs und es wurde Livemusik gespielt. An einer Stelle befanden sich zahlreiche schaurig schöne Skelete, die an den Día de los Muertos erinnerten. Um den Park herum gab es zahlreiche Straßenstände, die unglaublich leckeres Essen verkauften. Riesige gedünstete Maiskörner mit Chili, selbst gemachtes Eis oder einfach gefüllte Tacos.
Vor der prächtigen Kirche Parroquia San Juan Bautista wurden mexikanische Tänze in Tracht aufgeführt. Die Kirche ist ein Ort der Stille und Ruhe. Der Trubel auf dem Platz davor wird hier drinnen, in angenehmer kühler Umgebung, komplett ausgeschlossen.
Ein wirklich toller Platz für einen Sonntagnachmittag. Viel Trubel und mexikanische Lebensfreue und vor allem unglaublich leckeres Streetfood.