Fort Worth und die Stockyards

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Texas ist ein Begriff, der nach Wildem Westen, Prärie, Büffel und einer unendlichen Weite klingt. Bei einer Dienstreise gab es neben der Arbeit ein wenig Zeit mehr vom zweitgrößten Bundesstaat der USA zu erkunden.

Mein Basislager befand sich dieses Mal in der Metropolregion Dallas Fort Worth – dem viertgrößten Ballungsraum der USA mit ca. 7.6 Mio. Einwohnern (Stand: 2020). Die größten Städte in der Region sind Dallas, Fort Worth und Arlington. Das ganze Gebiet ist sehr weitläufig und ist durch zahlreiche Highways erschlossen, die teils in einem wilden Knäul an Fahrspuren an Kreuzungen ineinander überführen.

Entlang der abendlichen Mainstreet durch Fort Worth.
Entlang der abendlichen Mainstreet durch Fort Worth.
Der Sundance Square ist von Art déco Hochhäusern umgeben.
Der Sundance Square ist von Art déco Hochhäusern umgeben.
Ein Hauch von Fußballweltmeisterschaft am Sundance Square.
Ein Hauch von Fußballweltmeisterschaft am Sundance Square.

Fort Worth wurde 1849 als Militärposten nach dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg gegründet. Die Stadt entwickelte sich später zu einem wichtigen Zentrum des Viehhandels, da diese am Herdenweg „Chrisholm Trail“ lag. Der Chrisholm Trail wurde zwischen 1867 und 1887 genutzt, um Vieh aus dem Süden über 800 km zum Bahnhof nach Abilene in Kansas zu bringen, von wo die Tiere dann nach Osten transportiert wurden. Die Cowboys trieben riesige Herden, teils mit 2400 Tieren, in Richtung Norden. Ab 1885 nahm die Bedeutung des Viehtriebs aufgrund neuer verfügbarer Eisenbahnstrecken ab.

Tarrant County Courthouse mit den Hochhäusern der Downtown.
Tarrant County Courthouse mit den Hochhäusern der Downtown.
Begehbarer Wasserfall im Active Pool in den Water Gardens.
Begehbarer Wasserfall im Active Pool in den Water Gardens.
Künstlicher Berg aus Betonplatten in Fort Worth.
Künstlicher Berg aus Betonplatten in Fort Worth.

Fort Worth hat für amerikanische Verhältnisse eine schöne kleine Innenstadt. Natürlich gibt es die obligatorischen Wolkenkratzer, die sich jeweils zwei Blocks links und rechts der Main St. entlang vom Convention Center bis zum Tarrant County Courthouse ziehen. Die gepflasterte Hauptstraße ist im Bereich des Sundance Squares eine Fußgängerzone. Während meiner Zeit (Freitag Abend) fand gerade ein Vorrundenspiel der Fußballweltmeisterschaft 2026 in den USA statt, was auf eine große Leinwand übertragen wurde. Bis auf dem Wachmann vor der Leinwand schien sich nur niemand dafür zu interessieren. In den USA haben andere Sportarten eine höhere Priorität.

Südlich neben dem Convention Center befinden sich die Fort Worth Water Gardens (erbaut 1976), die als Highlight, ikonisch, spektakulär und mit dramatisch rauschenden Wasserfällen beschrieben werden. Dieser Park enthält 3 künstliche Seen: den Quiet Pool, Aerated Pool und den Active Pool, wo man selber über Stufen hineinsteigen kann. Alles ist zubetoniert – selbst zwischen den Bäumen ist Beton. Es kommen starke Erinnerungen an Reste von DDR-Plattenbausiedlungen hoch. Am Rande befindet sich ein künstlicher Berg, dem ebenfalls die Betonplattenstruktur anzusehen ist, und rundherum tobt der rauschende Verkehr der Highways. Ich verstehe den Superlativ der „Downtown Urban Oasis“ nicht.

Die Stockyards sind der historische Distrikt in Fort Worth.
Die Stockyards sind der historische Distrikt in Fort Worth.
Unterwegs in Historic District.
Unterwegs in Historic District.
Lassowerfen in der Rodeohalle.
Lassowerfen in der Rodeohalle.

Ein wirkliches Highlight ist hingegen der historische Distrikt „Stockyards“ im Norden der Stadt, wo ab 1890 bis in die 1950er Jahre Rinder, Schafe und Schweine gehandelt und geschlachtet wurden. Heute befinden sich in den historischen Gebäuden entlang der East Exchange Street meist nur noch Souvenirläden, Restaurants und Saloons, um das Wild West Image zu vermarkten. Es gibt ein paar kleine Museen und in der Rodeohalle neben dem Fort Worth Livestock Exchange Gebäude können am Abend Rodeos besucht oder tagsüber bei Proben, wie zum Beispiel beim Lassowerfen, zugeschaut werden.

Täglicher Cattle Drive entlang der East Exchange Road in den Stockyards.
Täglicher Cattle Drive entlang der East Exchange Road in den Stockyards.
Eine historische Pferdekutsche wartet auf Fahrgäste.
Eine historische Pferdekutsche wartet auf Fahrgäste.

Zweimal am Tag (kurz vor Mittag und am späten Nachmittag) findet der Cattle Drive statt, wo „echte“ Cowboys texanische Longhorn Rinder die East Exchange Road entlang treiben. Ein Highlight was von vielen Zuschauern entlang der Straße besucht wird und massiv mit Werbung für alles Mögliche untersetzt ist. Die schöne Umgebung ist leider sehr überlaufen und obwohl historisch schwingt immer ein Hauch von „Disneyland“ mit.

Am Rande befinden sich noch die alten Stallanlagen, wo die Rinder mit ihren langen Hörnern besucht werden können. Die Hörner sind unglaublich groß und lang, aber auch irgendwie sehr unpraktisch.

Stand: 27.08.2026 | Text + Bilder: Camillo | v7
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